Rennbericht vom Ironman |
| geschrieben von Roger (admin) am 27.04.2010 um 10:34 |
Mein Koerper in Topform und mein Geist waren am Sonntag nicht gleicher Meinung...
Der Renntag startete, wie es sich fuer einen Ironman gehoert... Blauer Himmel, leichter Wind und Aussichten auf einen wunderschoenen und heissen Tag! Ich war bereit, an diesem perfekten Tag alles abzurufen, was mein Koerper zu bieten hat!
Dank optimalem Start und einigen wilden Spruengen ueber die Wellen im sehr unruhigen Meer fand ich mich schon bei der ersten Bojen nach 300 Meter mitten im Feld der Pro-Athleten wieder. Die Schwimmstrecke, 2 x 1900 mit einem kurzen Lauf ueber den Strand, war extrem unruhig! Ich haette wohl am besten im Wellenbad des Alpamares meine Trainings absolviert! Nicht EIN kontrollierter Schwimmzug war moeglich, die Wellen schlugen uns von links nach rechts und wohl das halbe Meer in meinen Magen :-) Ich hatte aber einen guten Schwimmabschnitt, konnte ab der 2. Runde in einer Gruppe mitschwimmen und stieg nach etwas mehr als 52 Minuten aus dem Wasser....
Der Wechsel aufs Velo verlief reibungslos, schnell fand ich einen sehr angenehmen Rythmus und konnte noch einige vor mir liegende Athleten Ueberholen. Die Velostrecke war etwas coupiert, 3 Runden a 60km, wobei zumindest am Morgen der Wind noch anstaendig bliess... Am Ersten Wendpunkt nach ca. 30km konnte ich feststellen, dass vor mir eine Fuehrungsruppe mit ca. 6 und eine 2. Gruppe mit ca. 6 Athleten fuhr, dann ich, alleine auf weiter Front und einiges zurueck die naechste Gruppe! Der Strassenbelag war auf weiten Strecken sehr unruhig und rauh und schuettelten den Koerper kraeftig durch! Ich konnte mein Tempo halten, mehr noch, ich fuehlte mich wie im Training! Es rollte, mein Puls lag ueber die 180 km im Bereich von 137 und ich haette jederzeit schneller fahren koennen. Leider holte ich die vorderen Gruppen nicht ein, konnte jedoch auf der letzten runde noch etliche ueberholen, welche aus den vorderen Raengen zurueckgefallen sind. Nach 180 km stieg ich absolut entspannt und mit guten Beinen nach 4.45 h Radzeit (3 x exakt 1.35h) an 10. Stelle overall platziert vom Velo!
Das Laufen ging ich bewusst dosiert an, war mir doch klar, dass der Marathon schon etlichen Athleten zum Verhaengnis wurde! Schon nach wenigen Kilometern ereigneten sich bei mir aber Dinge, die nicht einfach zu erklaeren und noch weniger zu verstehen sind fuer aussenstehende... Ohne Schmerzen und ohne groessere Probleme habe ich das Rennen im Kopf aufgegeben! An diesem Sonntag war nicht der Wettkaemper Roger auf dem Kurs! Die Motivation war wie auf einen Schlag weg, die Gedanken drehten sich um das "warum"... Der Kopf blockierte den Koerper, der Wille, Leistung zu erbringen war weg... Es war die richtige Entscheidung, das Rennen zu verlassen!
Es braucht jetzt wohl einige Zeit, das erlebte zu verarbeiten! Es zeigt aber auch, dass ein Koerper in Topform nichts wert ist, wenn die Zuendung aus dem Kopf fehlt! Dieses Rennen und dieses Erlebnis hat einiges bewegt in mir, was fuer die zukuenftigen Aktivitaeten wegweisend sein koennte! Ich danke aber allen, die an mich gedacht, mich unterstuetzt und mir Mut zugesprochen haben!!!
Ich komme zurueck sobald mein Koerper und Geist wieder eine Einheit darstellen! Und dann in alter, oder eventuell noch besserer Frische :-)
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